Kinderbuch & Symptome bei (Klein)Kindern

„Wahrheit ist, Papa morgen kommt“

Dara Rubens Sadegh

Sommer 2011 (2 1/2 jährig zwischen posttraumatischen Flashbacks)

 

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[Zwinge mich nicht, wieder dorthin zu gehen, Mama. Ein Kinderbuch über satanisch rituellen Missbrauch.]

 

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[Mama fragte: „Warst Du ein braves Mädchen? Hast Du alles gemacht, was man Dir gesagt hat? Allison, antwortet sehr leise: „Ich war brav. Ich habe gehorcht. Mein Lehrer ist nett, aber ich mag den Saft nicht, den wir in der Schule bekommen. Sie nennen ihn „magischen Saft“, aber er schmeckt komisch.“ Und der Lehrer sagte: „Sie ist wahrscheinlich ziemlich müde und sollte früh ins Bett gehen. Sie hat heute so wild gespielt.“]

 

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[„Mein Lehrer hat heute gesagt, dass sie die Tür absperren, damit wir sicher sind in der Klasse. Rate mal, Mama? Ich habe heute geheiratet.“]

 

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[„Meine andere Mama hat gesagt, dass ich das Töpfchen nicht mehr verwenden darf. Ich lebe nicht mehr bei Dir, ich lebe bei mir, weißt du.“. „Ich will nicht mehr die Medizin in meinen Popo bekommen und ich möchte nicht mehr die Bilder sehen von mir, die im Kinoraum gezeigt werden. Sie tun mir weh, Mama. Mir geht es schlecht, wirklich schlecht.]

 

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[„Nichts was innerhalb des Kreises passiert, kann außerhalb erzählt werden. Es gibt keinen Ausweg, da er kein Ende hat.“. „Eure Eltern haben Euch uns gegeben. Sie wissen, was geschieht.“.]

 

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[„Heute Abend werden wir alle Halloween feiern und dann werden wir eine spezielle Feier zu Ehren von Beckys Geburtstag machen.“]

 

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[„Ich möchte nicht meine Kleider für den Arzt ausziehen und nackt heraumlaufen. Er wird mir schmerzhafte Injektionen geben, Mama. Dann werden weitere schmerzhafte Dinge passieren. Ich möchte nach Hause gehen. Ich habe BEREITS die „magische Operation“ erhalten. Sie habe ein Monster in mich hineingetan.“]

 

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[„Herr Doktor, sie hat furchtbare Alpträume, sie möchte nichts mehr essen und sie ist extrem verärgert, wenn ich sie bitte, bestimmte Kleidungsstücke zu tragen. IRGENDETWAS LÄUFT FALSCH. Sie hat diese Woche auch den Hund gebissen. Sehen Sie sie nur an, wenn sie so tut, als ob sie tot wäre! Ich denke, etwas ist in diesem Kindergarten mit ihr passiert!“]

 

 

Wie kann man diese (meist unsichtbare) Gewalt – erkennen:

 

Die betroffenen Kinder beginnen ca. im Alter von 3 Jahren (teilweise vorher, teilweise nachher) von scheinbar „absurden“ Dingen zu berichten:

  • sie hätten Ballettkleider, Brautkleider, etc. anziehen müssen
  • sie wären verheiratet worden
  • ein Monster wäre in sie reingemacht worden
  • sie wären woanders zu Hause
  • es gäbe dort andere Eltern, also eine andere „Mama“ oder einen anderer „Papa“
  • sie hätten ein Geheimnis, über das sie nichts erzählen dürften…
  • sie wären etwas Besonderes
  • sie haben panische Angst vor den TäterInnen, wollen nicht wieder auf sie treffen (e.g. Kindergärten, Vorschulen, Bezugspersonen wie Elternteile, Verwandte, etc.)
  • es würde ein Experiment mit ihnen gemacht werden
  • sie berichten von Folter mit absurden Gegenständen (Gartenzwerg, Klobürste, Micky Maus, etc.)
  • sie wirken plötzlich motorisch eingeschränkt (zittrig)
  • sie zeigen autismusähnliche Zustände
  • sie haben tiefe Erinnerungslücken, vor allem auch was alltäglichsten Dinge anbelangt
  • sie stumpfen immer mehr emotional ab (wenig Reaktion auf emotional bewegte Ereignisse)
  • sie zeigen ein gezieltes und getrimmtes „Nachspielen“ von Szenen, ohne kindliche Phantasie
  • sie weisen einen Erinnerungsverlust über bereits gelernte Dinge auf (Handwerken mit echtem Schraubenzieher, ABC, Bauklötze, etc)
  • sie stumpfen intellektuelles in Summe ab, lernen die Dinge allerdings rasch wieder nach
  • sie weisen extreme als auch prompte Stimmungs/Persönlichkeitswechsel auf (meist ausgelöst von Trigger)
  • sie wiederholen immer wieder derselben Geschichte – auf Nachfragen können sie keine Antwort geben
  • sie brauchen plötzlich wieder Schnuller
  • sie sind innerlich massiv angespannt
  • sie erkennen Hauptbezugspersonen nicht wieder i.S. von Annehmen Können und Dürfen
  • sie haben plötzlich unerklärliche Angst vor bestimmten Menschen (die zuvor auch Bezugspersonen waren) oder auch vor Tieren

 

Weitere – meist – fragmentarische Erzählungen betreffen:

 

Physische Folterbedingungen:

  • Hunger und Durst
  • Hitze und Kälte
  • Schlafentzug
  • Isolation (in Kellern, Käfigen, Särgen, Kisten, Wassertanks, Kofferraum etc., in der Regel im Dunkeln)
  • Grelles Licht, laute Geräusche (führen oft kurzfristig zu Ohren/Augenprobleme)
  • Schmerzen (zugefügt durch Schlagen, Treten, Elektroschocks, Stechen mit Nadeln, Brennen und Schneiden etc.)
  • Sexuelle Misshandlung (Vergewaltigung, angehalten Menschen als auch Tiere sexuell zu befriedigen)
  • Psychisch wirksame Medikamente, Drogen und Alkohohl (injiziert, per Zäpfchen verabreicht, versteckt in Nahrung und Getränken, auf den Schnuller, etc.)
  • Im Kreis gedreht werden (führt zur Polyfragmentierung der Psyche)- herumzuwirbeln, ähnlich tanzender Derwische oder solange um ihre eigene Achse gedreht werden (…), wobei die Opfer vermutlich unter den Einfluss von Drogen stehen

 

Emotionale Folterbedingungen:

  • Entsetzen und Todesangst
  • Bestrafung
  • TäterInnen geben vor alles hören zu können (oft sind Wanzen in den Wohnungen und Häusern angebracht, also die TäterInnen hören wirklich alles)
  • Schuld und Schamgefühle (den Kindern wird das Gefühl gegeben, sie wären an der Situation selbst Schuld – teilweise berichtet die Fachliteratur auch von SCHULDÜBERTRAGUNGSRITUALEN, die mit den Kindern durchgeführt werden)
  • Urin und Kot, Föten muss angefasst werden, manchmal auch gegessen oder schluckt werden
  • Spott, Auslachen
  • Emotionale Isolation und Verzweiflung.
  • Täter erzählen den Kindern, ihre wirklichen Eltern(teile) seien tot oder wollten nichts von ihnen wissen
  • Täter erzählen den Kindern, ihre Eltern(teile) sind einverstanden mit dem was den Kindern gerade passiert
  • Täter versichern den Kindern immer wieder, es würde ihnen ohnehin niemand glauben

 

Kognitiven Folterbedingungen:

  • die Kinder erhalten verzerrte oder unvollständige Informationen als auch Informationen vorenthalten werden
  • Verwirrung: die Kinder glauben zunächst alles, was ihnen von den Täterinnen erzählt wird
  • durch die dauernden Lügen und die Schweigegelübde geraten die Kinder innerlich völlig durcheinander, sodass sie empfänglicher wird für die Indoktrination

 

Das Weltbild, das den Kindern suggeriert wird:

  • Du verdienst Strafe und Verurteilung
  • Widerstand ist zwecklos
  • Es gibt kein Entkommen und keine Hoffnung, und die
  • Hoffnung wird mehr Schmerzen verursachen
  • Du kannst nichts tun, um deine Situation zu verändern
  • Niemand hört dich schreien, niemand kümmert sich um dich. Vertrauen auf andere Menschen oder Gott ist zwecklos. Fortgesetztes Schreien wird mehr Folterhervorrufen.
  • Niemand wird dir irgend etwas glauben, ganz gleich, was du ihnen erzählst
  • Gefühle sind gefährlich. Lass keine Gefühle zu, sonst wirst du zerstört.
  • Schwäche und Verletzlichkeit sind widerlich; sie verdienen Strafe, Qualen und Demütigung.
  • Du wirst genau das tun und denken, was dir gesagt wird, doch du wirst denken, dass du etwas tust, wofür du dich selbst entschieden hast.
  • Durch deine Entscheidungen ist all das geschehen.
  • Du hast keine Erinnerungen außer den Erinnerungen, die wir dir erlauben.
  • Wir beobachten dich immer. Wir wissen stets, was du fühlst und tust.
  • Du kannst nur auf dich zornig sein und nur dich hassen, es sei denn, wir würden dir befehlen, jemanden zu hassen oder auf ihn zornig zu sein.
  • Irgend etwas stimmt zutiefst nicht mit dir, und das musst du fortwährend vor anderen verbergen
  • Du musst dich stets normal verhalten und dich anpassen, so, als sei nichts Ungewöhnliches mit dir geschehen
  • Du gehörst uns, wir beschützen dich
  • Deine Macht und deine Erfolge kommen von uns und gehören uns. Solltest Du irgend etwas aus eigenem Antrieb versuchen, wirst du dich endlos selbst sabotieren und in völliger Sinnlosigkeit und Selbsthass zusammenbrechen
  • Du wirst sterben, wenn du irgendwem etwas erzählst oder versuchst, uns zu verlassen“

 

Quelle(n):

Sanford, Doris: Don’t Make Me Go Back, Mommy: A Child’s Book about Satanic Ritual Abuse (Hurts of Childhood Series) Multnomah Press, Portland: 1990

Kommentierte Ausgabe: http://vigilantcitizen.com/latestnews/dont-make-go-back-mommy-creepy-childrens-book-satanic-ritual-abuse/

www.endritualabuse.org

Gresch, Hans Ulrich: Unsichtbare Ketten. Der Missbrauch der Hypnose und anderer Trance-Techniken durch Kriminelle, Sekten und Geheimdienste. Eigenverlag: Nürnberg, 2003: http://www.orwell-staat.de/cms/files/mindcontrol.pdf

Huber, Michaela: Multiple Persönlichkeiten. Seelische Zersplitterung nach Gewalt. Durchgesehene Neuauflage. Junfermann Verlag, Paderborn 2010. (Überarbeitete Neuauflage, Erstauflage 1995, Fischer)

 

© Mag. Andrea Sadegh, 2013 – 2017